Neunfünf

Musik als Reise

 

Der Stuttgarter Neunfünf ist das Spiegelbild einer ganzen Generation, für die der Weg zu einem bestimmten Ziel bedeutender ist, als dessen Endpunkt. Sie lässt sich treiben und schwebt wenig reflektiert vorbei am Realschulabschluss hin zum Abitur, durch diverse Freundeskreise, Beziehungen und flüchtige Bekanntschaften in häufig muffigen Diskotheken, ohne, dass all dies einem übergeordneten Zweck dient. Am Ende einer jeden Reise beginnt unmittelbar die nächste, nur, um an deren Ende wieder zu erkennen, dass der Weg deutlich erfüllender war, als ein konkretes Ergebnis in den Händen zu halten.

 

Neunfünf hält auf dieser Reise an, blickt auf den gegangenen Weg zurück und reflektiert die Schönheit des Augenblicks und die kleinen Ziele im Leben eines beinahe jeden Jugendlichen. Kritisch setzt er sich mit den Themen Orientierungslosigkeit, innere Leere, sich treiben lassen und dem Verloren sein in einer Welt voll von Erstrebenswertem auseinander. Der Drang eines jeden sich von der Masse abzuheben und etwas Besonderes zu sein, obwohl man tief im inneren weiß, dass man sich nicht in dem Maße unterscheidet wie man es sich selbst wünscht, schwingt hierbei stets mit.

 

Eingefangen werden diese Gedanken auf atmosphärischen Instrumentals, die klassischen Boom-Bap-Sound mit Cloudelementen verbinden und so eine einzigartige Grundstimmung transportieren. Diese werden größtenteils von Neunfünf selbst produziert, um seine Visionen möglichst authentisch zu transportieren. Neunfünf ist einer der interessantesten Charaktere des großen Deutschrap-Zirkus und man darf gespannt sein, wo die ganz persönliche Reise des Jungen enden wird.